Weingut Oliver Zeter auf der Haardt bei Neustadt
Oliver Zeter ist ein Weingut in Neustadt an der Weinstraße, das seit dem Jahrgang 2007 Trauben aus vielen Pfälzer Lagen im eigenen Keller ausbaut. Bekannt wurde es mit Sauvignon Blanc, heute reicht das Programm von Sekt über Burgunder bis Syrah.
Oliver Zeter ist ein Weingut aus Neustadt-Haardt in der Pfalz, das als Négociant éleveur arbeitet und Trauben aus eigenen und gepachteten Weinbergen und von befreundeten Winzern im eigenen Keller ausbaut. Heute sind es jedes Jahr die Trauben von rund 40 Hektar.
Vom Weinhandel in den eigenen Keller
Oliver Zeter kam über den Weinhandel zum Wein, denn in seiner Familie hatte Wein zwar Tradition, aber im Vertrieb und nicht im Weinberg.
Nach einer Winzerlehre beim Pfälzer Weingut Dr. Deinhard und der Ausbildung zum Weinbautechniker ging er für jeweils ein Jahr nach Italien und nach Südafrika. Danach arbeitete er zunächst in der Weinagentur der Familie. Erst mit 40 Jahren wechselte er vom Verkaufen zum Keltern eigener Weine.
Rückblickend beschreibt er diesen Schritt so: „Als ich erst mit 40 Jahren vom Weinhandeln zum Weinmachen wechselte, gab es praktisch nichts: Kein Weingut, keine Reben, keine Technik. Aber eine Idee – und die hatte es in sich!“
2007 füllte er seinen ersten Jahrgang ab, und was als Hobby begann, ist inzwischen ein Betrieb mit eigenem Team und einem Kellermeister, der die Handschrift der Weine prägt. In der Pfalz nannte man ihn anfangs gern den ältesten Jungwinzer der Region.
Sich selbst bezeichnet Oliver Zeter als Négociant éleveur. In Frankreich meint das einen Erzeuger, der Trauben oder junge Weine ankauft, sie im eigenen Keller ausbaut, abfüllt und unter seinem Namen verkauft. Bei ihm kommen die Trauben aus eigenen und gepachteten Weinbergen und von befreundeten Winzern, deren Parzellen er gut kennt. Ein Porträt aus dem Jahr 2026 nennt inzwischen rund 40 Hektar.
Ein Sandsteinhaus über Neustadt
Seine Heimat hat das Weingut Oliver Zeter „auf der Haardt“ gefunden, oberhalb von Neustadt, in einem Haus aus hellem Haardter Sandstein, das 1922 als Weinkommissionärshaus gebaut wurde.
Das Anwesen wurde aufwendig saniert und steht ganz im Dienst des Weins. Es gibt eine Vinothek für den Direktverkauf und einen Raum für Weinproben und Abende mit Wein und Essen. Diese Runden sind auf 16 Gäste begrenzt, damit sich das Team jedem Gast persönlich widmen kann.
Das Herzstück des Hauses ist ein eineinhalbstöckiger Gewölbekeller, in dem einige der besten Rotweinfässer und mehrere Amphoren liegen. Gekeltert und vergoren wird dagegen in einer modernen Halle im Nachbardorf, die man im Haus augenzwinkernd den Chai zur Domaine nennt. Dort stehen kleine und große Holzfässer, Beton-Eier, Amphoren und Stahltanks nebeneinander.
Schon dieser Blick in die Produktion zeigt, wie gern das Kellerteam mit verschiedenen Gefäßen arbeitet. Ein Sauvignon Blanc bekommt so seine Frische aus dem Stahl, ein Fumé seine Würze aus dem Holz, und manche Rotweine dürfen in der Amphore reifen.
Von der Haardt bis nach Siebeldingen
Die Weinberge liegen mit Schwerpunkt in Haardt und Hambach und ziehen sich entlang der Deutschen Weinstraße nach Süden, bis nach Edenkoben, Rhodt, Frankweiler, Siebeldingen und Godramstein.
Beim Weingut heißt es, keine Parzelle gleiche in Klima und Boden der anderen, und genau diese Vielfalt nutzt Oliver Zeter für seine Weine. Im Haardter Herzog wurzeln die Reben in steilen, gut ausgerichteten Hangstücken tief im Kalk. Im Bürgergarten stehen sie in einem Gemisch aus Tonmergel und gelbem Sandstein, gekühlt vom Wind des nahen Waldrands.
Die Lage Feuer in Hambach ist dagegen felsig und trocken, mit kargem Buntsandstein, auf dem Viognier und Syrah im Sommer voll ausreifen. Auf dem Hochplateau des Schwarzen Letten bei Edenkoben stehen einige der besten Syrah-Weinberge des Hauses. Am kalkreichen Kaiserberg wachsen kleinbeerige Pinot-Noir-Reben, die wenig Fruchtfleisch und viel Extrakt mitbringen.
In Appenhofen liegt die Einzellage Steingebiss mit quarzhaltigem Tonboden, aus der ein besonders rassiger Sauvignon Blanc kommt. Ganz im Süden, in Siebeldingen Im Sonnenschein, stehen Reben bis auf 200 Meter Höhe am Fuß des Pfälzerwalds.
Für die Burgundersorten gibt es den Münzberg, einen nach Süden geneigten Hügel mit Keuper und Muschelkalk, den kühle Sommerwinde aus dem Annweiler Tal streifen. Die Kalkgrube dagegen ist eine steile Südlage unter dem Pfälzerwald, deren Name noch an den Kalk erinnert, der dort einst für den Hausbau abgebaut wurde.
Sauvignon Blanc in allen Spielarten
Kaum ein Pfälzer Weingut baut Sauvignon Blanc in so vielen Stilen aus wie Oliver Zeter, und mit dieser Rebsorte ist sein Name auch bekannt geworden.
Am Anfang steht der Sauvignon Blanc aus mehreren Lagen und Klonen. Dazu kommen ein feinfruchtiger Kabinett und die Lagenweine aus dem Steingebiss und dem Bürgergarten, dessen Jahrgang 2024 bei der Falstaff Sauvignon Blanc Trophy 2026 93 Punkte erhielt.
Der Sauvignon Blanc Fumé reift in Fässern aus französischer Eiche und gilt als Signatur des Hauses. Bei derselben Trophy kam der Jahrgang 2019 mit 94+ Punkten auf den zweiten Platz. Die Hommage erinnert an Oliver Zeters Urgroßvater Walter Baer, auf den auch der Bär im Logo zurückgeht.
Für besondere Anlässe gibt es den Sauvignon Blanc Sekt Brut, der seit dem Jahrgang 2013 aus reinem Sauvignon Blanc entsteht, und den süßen Sweetheart. Wer auf Alkohol verzichten möchte, findet den entalkoholisierten Zero Hero Sauvignon Blanc und zwei Légère-Weine mit wenig Alkohol. Schon aus dem allerersten Sauvignon-Blanc-Jahrgang 2007 gelangen knapp 100 Liter Trockenbeerenauslese, die heute als Goldschatz im Programm steht.
Burgunder, Rhône-Sorten und rote Cuvées
Neben dem Sauvignon Blanc hat sich Oliver Zeter längst einen Namen mit Burgundersorten, mit Viognier und Syrah und mit kräftigen roten Cuvées gemacht.
Zu den Burgundern gehören der Weißburgunder, der Grauburgunder, Chardonnay aus Haardter Lagen, der Blanc de Noir La Taille und der Free Run Rosé. Beim Pinot Noir reicht die Spanne vom Gutswein über Lagenweine wie Kaiserberg und Im Sonnenschein bis zur Réserve. Der Falstaff Wein Guide 2026 schrieb über die Spätburgunder des Jahrgangs 2022, sie öffneten „eine neue Dimension der Tiefe und Ernsthaftigkeit“.
Der Viognier stammt ursprünglich von der Rhône und wird in Deutschland bis heute selten angebaut. Der Viognier Zafrán 2022 kam bei einer weltweiten Viognier-Marktschau des Weinmagazins Vinum auf den zweiten Platz. Den ersten Syrah-Weinberg pflanzte Oliver Zeter 2009 in Hambach, 2013 folgte ein zweiter im Rhodter Rosengarten, mit Setzlingen aus einer Rebschule an der Rhône. Von diesen heißen, steinigen Lagen stammt die Syrah Réserve. Die La Syrah 2022 holte beim Vinum-Weinpreis den ersten Platz unter den anderen Rotweinen.
Die rote Cuvée Petz verbindet Syrah und Merlot, der Z Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Syrah aus alten Weinbergen der Mittelhaardt. An der Spitze steht der Zahir, benannt nach dem gleichnamigen Roman von Paulo Coelho. Dazu kommen Chenin Blanc, Sémillon, ein Riesling aus dem Ungsteiner Weilberg und der Zeró Grande Cuvée, ein Sekt Brut Nature aus klassischer Flaschengärung.
Der Vinum Weinguide ernannte das Weingut Oliver Zeter zum Aufsteiger des Jahres in der Pfalz, der Falstaff Wein Guide 2026 vergab 3,5 Sterne. Und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zählte es zu ihren Lieblingen des Jahres. Was davon gerade vorrätig ist, siehst du unten im Raster.